Gesundheit

Familie basteln – HowTo

Die meisten haben schon mal was von der Bechermethode gehört, ich bekomme aber immer mal wieder Anfragen, was das nun eigentlich ist. Dazu lässt sich nur sagen: Sie ist sehr simpel und das Hausmittel für eine Fortpflanzung ohne Heterosex in Form eines Koitus.

Ihr braucht bechermethode bilddazu die Dinge, die auf nebenstehendem Bild zu sehen sind. Das Sperma gelangt über den Umweg des Bechers in die Einwegspritze und danach in die Vagina der Person, die einen Kinderwunsch hegt. Ein Orgasmus wird noch angeraten, damit durch die Kontraktionen die kleinen Samenzellen den Weg besser nach oben in die Gebärmutter finden. Fertig. Danach bleibst du ein bisschen liegen – manche wollen nach 20 Minuten schon wieder aufstehen, andere bleiben eine halbe Nacht hochgelagert liegen. Wie’s beliebt…

Die Einwegspritzen gibt’s in jeder Apotheke für ein paar Cent zu kaufen. Selbstverständlich ist da keine Nadel oder sowas obendrauf. Becher überall, wo’s Becher gibt. 😉 Hygienemaßnahmen verstehen sich von selbst.

Ich wurde in einer Apotheke gefragt, für was ich die Spritze bräuchte und wurde nach erfolgter Antwort sehr entgeistert angeschaut, weil angenommen wurde, ich wollte damit ein Meerschweinchen hochpäppeln. So weit, so süß… 😉

Vorbereitung

thermometer

Bevor du mit obigem Equipment loslegen kannst, musst du wissen, wann dein Eisprung ist. Der ist ungefähr auf deiner Zyklusmitte und der Weg zur Gebärmutter ist ca. 12 Stunden lang frei für Sperma, um die bereitstehende Eizelle zu befruchten. Deswegen sollte dieses Ereignis genau festgelegt werden. Sperma hält sich 3-5 Tage in deinem Körper, deswegen ist es gut, schon ein paar Tage vor dem Eisprung mit den Versuchen anzufangen. Credo: Besser zu früh als zu spät. Der Tag des Eisprungs selbst ist zwar ok, aber sehr knapp bemessen – zumal für die, die nur einen Versuch im Monat haben. Für alle anderen stellt sich die Situation etwas komfortabler dar…

Das Thermometer, das du dir in der Apotheke besorgst, muss zwei Nachkommastellen haben. Dazu führst du ein Kurvenheftchen. Du misst deine Basaltemperatur jeden Morgen direkt nach dem Aufwachen, solange du noch im Bett liegst – am einfachsten oral mit dem Temperaturfühler unter der Zunge. Ich messe manchmal zur Sicherheit zweimal, wenn ich den Eindruck habe, die Messphase war ein wenig kurz. Die Kurve zeigt dir im Idealfall eine Tieflage der Temperatur in der ersten Zyklushälfte und eine Hochlage in der zweiten Hälfte an. Normalerweise markiert der erste Temperaturanstieg nach der Tieflage den Tag deines Eisprungs. Am Tag davor stellst du vielleicht auch einen kleinen Knick nach unten fest.

Der Schleichwerbung entnimmst du, welche Marke ich mir besorgt hab. Kostenpunkt: 15 Euro.

 

Keep track of your fertility

Das hat mir eine befreundete Kanadierin geraten, die gerade eine Ausbildung zur Geburtsbegleiterin (Dula) macht. Ein toller Tip! Was du neben der Temperaturmessung noch machen kannst, ist die Beobachtung deines Zervixschleims. Ein paar Tage vor dem Eisprung wird der Schleim glasig und beginnt Fäden zu ziehen.

aloe veraIch hab mal eine Aloe Vera geschält und das Innere entnommen, um zu demonstrieren, wie das ungefähr aussehen sollte. In dem Milieu des Zervixschleims, der kurz vor und beim Eisprung abgesondert wird, können Spermien besonders gut überleben und bekommen auch noch einen Schubs nach oben. PH-Wert und Konsistenz sind dann genau richtig für die Kleinen. Die Schleimproduktion lässt sich fördern, indem mensch sich beispielsweise Tees und Infuse aus bestimmten Pflanzen zuführt, Eibisch und Ysop etwa. Ganz generell gibt es aber auch fruchtbarkeitsfördernde Tees, gängig ist der so genannte Zyklustee. Das Rezept, das auch verschiedentlich im Internet zu finden ist, lautet:

teegläser

In der 1. Zyklushälfte (bis zum Tag des Eisprungs): Himbeerblätter, Rosmarin, Beifuß, Holunder, Salbei.

In der 2. Zyklushälfte: Frauenmantel und Brennessel. Hier wird meistens noch Schafgarbe genannt, aber meine Heilpraktikerin hat mir davon abgeraten, da sie ausleitend wirkt. Wenn sich der Fötus einnisten soll, wäre das kontraproduktiv.

Die Kräuter am besten auf einem Marktstand kaufen und dann selbst zu gleichen Teilen zusammenmischen. Dann entweder als Tee trinken oder als Infus. Für letzteren nimmst du ein bis zwei Handvoll von den Kräutern, überbrühst sie mit kochendem Wasser und lässt das Ganze 4-8 Stunden zugedeckt stehen (geht z.B. gut über Nacht). Dann über den Tag verteilt trinken.

Es gibt darüber hinaus noch andere Pflanzen, wie zum Beispiel Rotklee, die angewendet werden können. Wichtig ist hier allerdings zu sagen, dass es auf die Konstitution und Situation eines jeden Menschen ankommt, was der Organismus gerade braucht. Nicht jede Pflanze ist für jeden Menschen geeignet und ich würde für weitere Ratschläge eine Heilpraktikerin aufsuchen, die sich damit auskennt.

 

Literatur

das_alternative_kinderwunschbuch

Margret Madejski: Das alternative Kinderwunschbuch. Arkana, 2015.

Dieses Buch hilft weiter, wenn’s nicht auf Anhieb klappen will mit der Umsetzung des Kinderwunschees. Abseits der Versprechungen der Reproduktionsmedizin werden hier naturheilmedizinische Verfahren aufgezeigt, mit denen zum einen ein positiver Zugang zum Körper gefunden werden soll und zum anderen mit Hilfe von Pflanzen & Co. die natürliche Fortpflanzungsfähigkeit unterstützt werden kann.

Kommentar: Dieses Buch ist von einem differenzfeministischen Standpunkt aus geschrieben und soll *Frauen zu einer Ermächtigung über ihren Körper verhelfen. Dies ist deswegen wichtig, weil in unserem Gesundheitssystem versucht wird, normale Körperzustände, also auch Schwangerschaft und alle Vorgänge darum herum, zu pathologisieren. Vor allem weiblich sozialisierte Menschen werden dabei in Kliniken und Frauenarztpraxen entmündigt. Die Hoheit über ihr Körperwissen hat das medizinische Personal, das es in seiner eigenen Interpretationsweise wiedergibt. Aus diesen Gründen ist eine Wiederaneignung der *weiblichen Körper wichtig und dieses Buch kann dabei eine Hilfe sein. Es richtet sich an “Frauen” und ihre “Partner” und spricht viel von “Naturkräften”, was in der Formulierung kritisch gesehen werden kann. Menschen anderer sexueller Orientierungen oder Genderidentitäten werden nicht angesprochen oder mitgedacht, das “Natürliche” kann als Biologismus ausgelegt werden. Persönlich unterstelle ich der Autorin, ohne sie zu kennen, solche Motive aber nicht und bin dankbar für ihre oben genannten Ansätze.

Auch folgender Text enthält sehr nützliche Tipps in einer zusammengefassten Form, die weiterhelfen auf dem Weg zur Schwangerschaft. Der obige Kommentar kann auch hier angewendet werden. Nicht ärgern über transportierte Rollenmuster! 😉

schwanger werden ohne stress

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