Medizinische Unterstützung in Halle

In Halle ist es meiner Erfahrung nach eher Glückssache, an eine gute Ärztin zu geraten, die zuhört, sich Zeit nimmt, ihr Wissen verantwortungsvoll einsetzt und die Patient*in als Partnerin in ihren eigenen Gesundheitsbelangen ansieht. Deswegen wird die Liste nicht extrem lang sein, aber es gibt schon mal einige Anhaltspunkte. Gerade bei einem Kinderwunsch in einer alternativen Familienform ist es von Vorteil, sich bei den Mediziner*innen, denen mensch sich anvertraut, aufgehoben zu fühlen. Deswegen habe ich alle positiven Erfahrungen von mir und anderen in ähnlichen Situationen hier gesammelt.

Kinderwunschzentrum

Eine Teilnehmende berichtete beim Treffen vom Kinderwunschzentrum Halle in Kröllwitz. Liegen Schwierigkeiten bei der Empfängnis vor, wird dort nach Überweisung durch eine Frauenärztin behandelt. Inseminationen finden hier nicht statt, aber der Körper wird medizinisch optimal auf eine solche eingestellt. Die Krankenkasse übernimmt dabei die Kosten. Es wurde nicht nach einem Partner oder dem Personenstand gefragt, eine lesbische Partnerschaft wurde nicht negativ kommentiert, das Personal war freundlich.

Wenn ich mir das hier im Netz so anschaue, stoße ich auch auf verschiedene Hilfestellungen bei der Befruchtung selbst. Dass dies hier bei einer lesbischen Frau offensichtlich nicht durchgeführt wird, führe ich auf die derzeitige Gesetzteslage zurück, die alleinstehende Frauen und lesbische Paare diskriminiert. Aber immerhin! In der Kombination liegt das Geheimnis… 😉

Frauenärzt*innen

Frau Dr. Schramm

Praxis in Halle. Erfahrungen mit Trans*menschen, Weiterempfehlung von einigen queeren Leuten in Halle.

http://www.frauenaerztin-maren-schramm.de/

Frau Dr. Klatte

Dr. Eva Klatte
Praxis in Leipzig
http://www.frauen-in-betreuung.de/

      Dr. Klatte betreut lesbische, queere und Trans*-Menschen und berät bei Kinderwunsch:

http://www.frauen-in-betreuung.de/soziales.html

Frau Dr. Hoge

aus der PoliReil in Halle. Sie wurde schon mal von meiner Heilpraktikerin empfohlen und von einer Anwesenden beim letzten Treffen für sehr gut befunden. Sie macht auch ein bisschen alternative Medizin (Homöopathie). Sie nimmt keine neuen Patientinnen auf. Versuch: mit akutem Problem vorsprechen und darauf hoffen, dass in dem Fall eine Behandlung erfolgt. Bei der Berichtenden hat’s funktioniert… 😉

Heilpraktiker*innen

Eva Patzak

Heilpraktierin in Ausbildung. Mit ihr habe ich bereits selbst gute Erfahrungen gemacht. Sie ist sehr handfest, realistisch, was medizinische Methoden anbetrifft und fachlich sehr gut im Bereich der Pflanzenheilkunde. Sie war lange Jahre Hebamme in ihrem Geburtshaus im Iris Familienzentrum in Halle und kennt sich in allen Belangen eines Kinderwunsches aus. Sie kann “gebucht” werden und berät schon vorbereitend auf eine Befruchtung hin – danach natürlich auch. Eine Stunde liegt bei etwa 60 Euro, die aber, je nach Problem, sehr gut angelegt sind. U.u. kann mensch sich dadurch aufwendige hormonelle Behandlungen oder OPs erstmal sparen. Am besten einfach anrufen und Problem schildern, sie hilft weiter!

Irmela von Hasselbach

Karl-Liebknecht-Str., Ecke Mühlweg. Spezialgebiet: Craniosacral-Therapie. Von ihr habe ich durch eine Zuschrift erfahren und sie wurde mir sehr empfohlen.

Allgemeinärzt*innen

Frau Dr. Dölz in der Richard-Wagner-Str. 44.
Sie hört v.a. genau zu und spricht mit ihren Patient*innen auf Augenhöhe. Nimmt sich Zeit für alle Fragen. Ist nicht vorverurteilend, wenn es um einen Kinderwunsch bei einem lesbischen Paar geht. Alternativmedizinisch ausgebildet (Homöopathie, Akupunktur).

Samenbank Berlin

So, und last but not least die Samenbank in Berlin, ich darf zitieren: “Ab sofort ist es auch für lesbische Paare (mit und ohne eingetragener Partnerschaft) sowie für alleinstehende Frauen möglich, ihren Kinderwunsch mittels Fremdsperma zu erfüllen!” Was da so vollmundig daher kommt und viel verspricht, hat natürlich mit enormem finanziellen Aufwand zu tun. Am besten genau schauen, was geboten wird und dann nur das Nötigste buchen. Die Berliner arbeiten mit Regionalpartner*innen zusammen, die nächsten sind von hier aus in Leipzig. Alle sind per Deutschlandkarte einzusehen. Für alle, die sich die aufwendige Suche nach einem Samenspender im Internet oder im Freundeskreis ersparen möchten. Ich habe aber gehört, dass zumindest mit Ja-Spendern gearbeitet wird, also das Kind dann den Erzeuger mit 18 kennen lernen darf, wenn es möchte – eine nicht ganz unwichtige Frage für viele Menschen mit Kinderwunsch.

Geburtshäuser

Halle ist ja sehr gut besetzt mit Geburtshäusern – man munkelt, sogar besser als Leipzig! 😉
Eine Hebamme berät ab Beginn der Schwangerschaft, und dann übernimmt das auch die Krankenkasse. Mit ihr kann alles über Schwangerschaft und Geburt abgesprochen werden – nicht zuletzt, wo letztere stattfinden soll. Beleghebammen kommen mit ins Krankenhaus, und auch Hausgeburten können bei Einigkeit beider Seiten ausgemacht werden.

Nachtrag:

Da die Versicherungs-Situation für Hebammen derzeit fast nicht mehr zu stemmen ist, treten viele Hebammen zwangsläufig in den “Geburtsstreik”. Ein politischer Kampf ist hier wahrscheinlich unabwendbar, soll es nicht so enden, dass Geburten nur noch in klinischer Umgebung stattfinden sollen. Den geburtskundigen Frauen wird hier ihre Autonomie abgesprochen und praktisch genommen. Das geht natürlich zu Lasten der gebärenden Frauen, die ein Interesse an einer alternativen Geburt haben. Da hilft nur: Wir müssen uns alle zusammen an die Politik wenden!
Sonst gilt: Eine Geburt möglichst früh anmelden, weil es nur noch wenige Hebammen gibt, die eine Geurtshaus-Geburt machen können. Derzeit geht’s noch im Lebenslicht…

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